Lückenschluss Fahrradwegenetz Mülheimer Straße

Herrn Oberbürgermeister
Daniel Schranz
Schwartzstr. 72
46045 Oberhausen

Anregung nach §24 der Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Daniel Schranz,

hiermit regen wir gemäß §24 der Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen an, die Lücke im Fahrradwegenetz auf der Mülheimer Straße, insbesondere im Straßenabschnitt zwischen Arbeitsamt in Höhe Schenkendorfstraße bis zum Kreuzungsbereich Mülheimer/Schwartzstraße zu schließen.

Begründung:

Die Stadt Oberhausen hat in ihrer Ratssitzung im Mai 2016 ein neues Mobilitätskonzept bei der Verwaltung in Auftrag gegeben. Gewünscht ist darin, künftig ein gleichberechtigtes Nebeneinander aller Verkehrsteilnehmer umzusetzen. Derzeit allerdings besitzt der motorisierte Individualverkehr etwa gegenüber der Alternative Fahrrad einen deutlich höheren Stellenwert in der Stadt. Einfach gesagt: Man kommt in der Regel schneller und vor allem sicherer mit dem Auto voran als mit dem Zweirad.

Die Mülheimer Straße ist exemplarisch dafür, wie ungleich die verschiedenen Verkehrsmittel in unserer Stadt gewichtet werden, eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer ist auf dieser wichtigen Verkehrsader derzeit nicht gegeben.
Dabei eignet sie sich grundsätzlich sehr gut, um den Norden mit dem Süden zügig zu verbinden. Von der Stadtgrenze Oberhausen – Mülheim (Landwehr) an, führt ein rot ausgewiesener Radweg in Richtung Innenstadt. Offenbar ist es beabsichtigt, dass Radler schnell in die City und auch weiterführend in den Oberhausener Norden finden.
Über die Eignung und Güte dieses Wegs lässt sich allerdings streiten: Zum einen ist der Weg in beide Richtungen äußerst schmal, man muss häufig Masten umfahren, und kann aufgrund zahlreicher unübersichtlicher Ausfahrten kaum Tempo machen.
Zum anderen ist der Radweg neben dem Fußgängerweg angelegt, was bei der ohnehin herrschenden Enge zu Konflikten und Unfällen führt und nach heutigen Standards nicht zeitgemäß ist.

Ausschlaggebend jedoch ist, dass dieser Weg an der Kreuzung Mülheimer/Schwartzstraße unerwartet endet. Man muss dort nun entweder auf die Straße wechseln oder parallel zur Mülheimer Straße über eine schlecht asphaltierte Nebenstraße fahren. In Höhe der Schenkendorfstraße setzt sich der Radweg in den Oberhausener Norden nach rund 700 Metern fort. Die Umgehung der Mülheimer Straße über Virchow-, Arndt- und Schenkendorfstraße hat dagegen eine Länge von mehr als 1000 Metern – ist also fast die Hälfte länger.

Die Strecke ist daher deutlich nachteilig für Zweiradfahrer, die einen Umweg über schlechte Seitenstraßen nehmen müssen. Darüber hinaus ist es nicht verständlich, warum die ansonsten durchgehende Nord-Süd-Verbindung hier nicht fortgesetzt wurde, zumal die Gesamtbreite von Straße und Bürgersteig in dieser „Lücke“ unverändert bleibt.

Ein Lückenschluss an dieser Stelle ist folglich nicht nur ganz konkret vorteilhaft für den Radfahrer. Er ist auch im Sinne einer Gleichberechtigung der Verkehrsmittel folgerichtig, logisch, und setzt vor allem ein Zeichen für eine veränderte Verkehrs- und Umweltpolitik, die das Auto nicht weiterhin als Maß aller Dinge über alle anderen Verkehrsmittel stellt.

Wir bitten Sie daher in Ihrer Funktion als Chef der Verwaltung, sich für einen gleichberechtigten Radverkehr in der Stadt und für einen Lückenschluss der Mülheimer Straße einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Karl van den Mond / Udo Sommer

Anregung nach §24 der Gemeindeordnung [PDF] »
Beschlussausfertigung [PDF] »