Rückenwind für Hiberniatrasse

Mülheim macht sich auf den (Rad-)Weg: Zu Gast bei der Mülheimer Klimaschutzinitiative am 28.9.17. Lokale Presse und Politik haben das Thema erkannt.

Nachbarstadt Mülheim hat Fahrt aufgenommen: „Wir waren positiv überrascht über das Interesse von Initiativen, Politik und der lokalen Presse an unserem Vorschlag eines Radschnellwegs zwischen Oberhausen und Mülheim“, ziehen Manuela Kaiser, Udo Sommer und Karl van den Mond eine Zwischenbilanz. Offenbar erkennt man in der Ruhrstadt den Nutzen und den Bedarf einer solchen Verbindung.

Kritische Nachfrage – breite Zustimmung

Am 19.9. brachten CDU und Grüne die Idee der Fahrrradtrasse „Hiberniadamm“ in die Mülheimer Bezirksvertretung 2 ein, für den 28.9. hatte die Klimaschutzinitiative Mülheim die Impulswerkstatt eingeladen, um den Entwurf der interkommunalen Radtrasse dem Forum aus Bürgern und Initiativen vorzustellen. Gut 25 Menschen kamen in die Geschäftsstelle am Löhberg 28. „Es wurde durchaus kritisch zu Details der Steckenführung nachgefragt – und das ist auch richtig so -, aber es gab eine breite Zustimmung für die grundsätzliche Verbindung“, fasst Manuela Kaiser ihren Eindruck zusammen.

Anhand von Zeichnungen und Karten erläuterte sie den Verlauf der Dammtrasse von der Grenzstraße bis zum Bahnhof Styrum – und darüber hinaus über den Broicher Damm bis zum Mülheimer Radschnellweg RS1. Kaiser: „Auch auf Oberhausener Seite muss es eine sinnvolle Weiterführung des Hibernia-Radwegs geben. Idealerweise müsste man an die Stoag-Trasse mit einem Radweg anbauen, dann wäre man schnell und sicher in Sterkrade.“ Doch das ist noch Zukunftsmusik.

Wir müssen die Pendler überzeugen – mit Qualität

Udo Sommer sieht vor allem den Nutzen für Pendler: Wenn man der aktuellen Verkehrsstatistik des Landes NRW folgt, haben jeweils rund 50 Prozent der Pendler in Oberhausen und in Mülheim eine Strecke von weniger als zehn Kilometer zur Arbeitsstelle. Das sind konkret 34.000 Menschen in Oberhausen und 30.000 in Mülheim. Drei Viertel aller Arbeitnehmer in beiden Städten nutzen das Auto. „Wenn wir mit einer sicheren und schnellen Radtrasse nur zehn Prozent der ‚Kurzstreckenpendler‘ zum Umstieg auf das Fahrrad bewegen können, sind das schon etwa 10.000 Fahrten am Tag“, rechnet Udo Sommer. Nur: Dafür ist eine gute Qualität des Radwegeangebots die Voraussetzung.

„Wir brauchen zum einen die Gleichberechtigung von Fahrrad und Fußgängern in den Städten aus ökologischen und ökonomischen Gründen“, fordert van den Mond. Das heißt zum anderen möglichst eine Trennung von Auto-, Fahrrad- und Fußgängerwegen, um die Schnelligkeit und Sicherheit besonders für schwächere Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Die Hibernia-Trasse ist dafür ideal geeignet. „Die Gleichberechtigung muss aber auch auf ganz normalen Hauptstraßen umgesetzt werden – unsere Utopie ist die Gleichberechtigung auf der Mülheimer bzw. Oberhausener Straße.“

Foto: Blick von der Hiberniatrasse Richtung Bf Styrum. Über diese Brücke an der A40 kann die Trasse parallel zur noch aktiven Bahnverbindung geführt werden. Hinter dem Bf Styrum lässt sich die Strecke an einen bestehenden Radweg anschließen, der neben der Mülheimer Albertstraße entlang führt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*